Löwenzahn – meine Wiese bekommt Gelbsucht
Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist eine Pflanze, die einerseits von Bienen wegen ihres Nektars und von Kühen wegen ihres Geschmacks und Nährwerts geschätzt wird, von Landwirtinnen und Landwirten hingegen nicht, da er nur wenig Ertrag liefert. Ein paar einzelne Pflanzen (bis zu 10-20 % des Bestandes, je nach Nutzung) sind kein Problem, zu viele jedoch schon. In diesem Zusammenhang ist ein Vergleich von Parzellen mit viel oder sehr wenig Löwenzahn sehr hilfreich, um Erkenntnisse über die Bewirtschaftung der Wiese zu gewinnen.
Grundsätzlich ist der Löwenzahn ein opportunistisches Kraut, das Lücken in erschöpften Wiesen ausnutzt:
Suchen Sie nach allem, was die guten Gräser und den Weissklee schwächt, um die Lösung zu finden. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, die oft zusammenwirken:
› Wiederholte Trockenperioden, vor allem in Südlage
› Reine Schnittnutzung ohne Frühjahrsweide
› Kurze Schnittintervalle, insbesondere bei begrenzender Bodenbeschaffenheit
› Ein allgemeiner Mangel an Nährstoffen, mit zu geringer Stickstoffdüngung oder auch an Schwefel, Magnesium oder Phosphor
› Gülleausbringung bei hohen Temperaturen, selbst mit Schleppschlauch
› Zu aggressive Eggenbearbeitung zum falschen Zeitpunkt
› Unregelmässige und niedrige Schnitthöhe
› Übermässige Trittbelastung im Herbst, Wühlmäuse usw.
Gibt es Abhilfe gegen diese Gelbfärbung? Ja! Auf den am intensivsten bewirtschafteten Wiesen sollten mindestens 30 kg N/ha/Schnitt sichergestellt werden. Die erste Nutzung der Wiesen sollte zwischen Weide und Schnitt variiert werden. Im Frühjahr sollte ein Pflegeweidegang durchgeführt werden. Ausserdem sollte regelmässig und immer wieder übersät und gekalkt werden. Geben Sie den Wiesen Zeit, Reserven aufzubauen, indem sie etwas länger nachwachsen können. Jeder und jede kennt den Spruch: «Luzerne muss man blühen lassen», ... Machen wir es bei den Gräsern genauso: Lassen wir sie im September und Oktober mindestens 6 Wochen lang in Ruhe, damit sie schöne Reserven bilden und im nächsten Frühjahr kräftig durchstarten können. Nur so immunisiert sich eine Wiese gegen übermässig kleine gelbe Mitesser.
© Grangeneuve