Sind Sonnenblumen ohne Pflanzenschutzmittel rentabel?
Versuch wurde die Ertragsauswirkung, die Praxistauglichkeit und die Rentabilität und der mechanischen Unkrautbekämpfung bei Sonnenblumen untersucht.
Nachfrage von Schweizer Pflanzenöl weiterhin hoch
Die Vetragsmenge für Sonnenblumen steigt im Jahr 2026 auf 28’000 Tonnen. Da diese Menge derzeit noch nicht ausgeschöpft ist, können sich interessierte Produzenten weiterhin für das Anbaujahr 2026 melden. Für die Ernte 2025 lagen die durschschnittlichen Produzentenpreise bei CHF 81.40/dt für klassische Sorten und CHF 85.55/dt für HO-Sorten. Sonnenblumen eignen sich für den Anbau ohne Insektizide und Fungizide und können im Programm «Verzicht auf Pflanzenschutzmittel» (ehemals Extenso) mit einem Beitrag von CHF 400 pro Hektare angemeldet werden.
Agronomische Aspekte
Dank frühreiferen Sorten und der globalen Erwärmung verringert sich das Risiko von Trocknungskosten und der Anbau breitet sich auf neue Regionen aus. Angesichts des steigenden Schädlingsdruck und des Rückzugs verschiedener Wirkstoffe stellt die Sonnenblume eine interessante Alternative zu Raps dar. Die grösste Herausforderung bleibt jedoch die hohe Anfälligkeit für Vogelschäden im Jugendstadium.
Vergleich von chemischer und mechanischer Unkrautbekämpfung mit und ohne Untersaat
Das Forum Ackerbau hat in den Kantonen AG, FR, LU, SG, TG und ZH einen dreijährigen Versuch durchgeführt, um die Auswirkungen verschiedener Strategien zur Unkrautbekämpfung bei Sonnenblumen zu bewerten. Die Durchschnittserträge schwankten von Jahr zu Jahr stark und spiegeln die ungünstigen Wetterbedingungen im Jahr 2024 (ca. 28 dt/ha) sowie die erfreulichen Bedingungen im Jahr 2025 (ca. 39 dt/ha) wider. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Verfahren festgestellt. Ziel war es zudem, den Einfluss der Untersaaten auf die Spätverunkrautung zu untersuchen.
Quelle: Grangeneuve
Zwischen den Versuchsjahren traten deutliche Ertragsunterschiede auf; zwischen den Unkrautbekämpfungsstrategien hingegen, konnten keine Differenzen festgestellt werden. Sowohl chemische als auch mechanische Verfahren ermöglichen vergleichbare Erträge. Die Untersaaten Sofix (verschiedene Kleearten und italienisches Raigras) und Solegu (verschiedene Kleearten) wurden nach dem letzten Hackdurchgang ausgesät.
Die Unkrautbonituren zeigten eine leichte Konkurrenzwirkung der Untersaaten im Vergleich zu den beiden anderen Strategien. Durchführbarkeit und Rentabilität der mechanischen Unkrautbekämpfung mit und ohne Untersaat
Das chemische Verfahren besteht in der Regel aus einer Behandlung mit Bodenherbiziden im Vorauflauf und falls erforderlich, einer Nachbehandlung mit einem Gräsermittel. Je nach Bodenbedingungen und vorhandenen Unkräutern ermöglicht die chemische Unkrautbekämpfung nicht immer eine vollständige Kontrolle. Ein Hackdurchgang kann eine Notlösung darstellen. Sulfonylharnstoff tolerante Sorten bieten zudem die Möglichkeit, falls erforderlich, eine Korrekturbehandlung im Nachauflauf durchzuführen.
Quelle: Grangeneuve
Am Standort im Kanton Freiburg hat sich die Untersaat im Jahr 2025 (hier am 13. September 2025) wie auch im Jahr 2024 recht gut entwickelt. Falls auf die Sonnenblume eine Frühjahrskultur folgt, bildet eine etablierte Untersaat eine interessante Winterbedeckung.
Um eine erfolgreiche mechanische Unkrautbekämpfung zu erzielen, sollte 5 bis 7 Tage nach der Saat blind gestriegelt werden. Der erste Hackdurchgang wird, wenn möglich, beim Erscheinen vom ersten Blattpaar durchgeführt. eim zweiten Durchgang mit dem Hackgerät, kann durch Anhäufeln ein Teil des Unkrauts verschüttet werden. Bei Strategien mit Untersaat wird die Mischung während oder nach dem zweiten Mal Hacken ausgesät. Die spezifischen Kosten für die Unkrautbekämpfungsstrategien sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Mit den Bundesbeiträgen von CHF 250/ha für das Programm «Verzicht auf Herbizide» sind die Kosten für die mechanische Unkrautbekämpfung geringer als die für die chemische Unkrautbekämpfung. Wenn darüber hinaus die herbizidfreien Sonnenblumen mit dem IP-Suisse-Label vermarktet werden können, kommt noch die IP-Suisse-Prämie von 13 bis 15 CHF pro dt hinzu. Derzeit (Stand Ende Januar 2026) sucht IP-Suisse noch nach Flächen für den Anbau von klassischen Sonnenblumen.
Quelle: Grangeneuve
Der erste Hackdurchgang muss bereits beim Erscheinen vom ersten Blattpaar erfolgen, insbesondere wenn mit Fingerhacken gearbeitet wird, die nur dann in der Reihe wirksam sind, wenn das Unkraut noch klein ist. In diesem Stadium ist es auch möglich, die Sonnenblumen zu Striegeln, um das Unkraut in der Reihe zu entfernen.
Quelle: Kostenkatalog 2025 (Agroscope)
Kosten der verschiedenen im Versuch untersuchten Unkrautbekämpfungsstrategien.
* Preis des Lohnunternehmers
Die Variante mit Untersaat scheint wirtschaftlich am wenigsten interessant zu sein. Wenn die Aussaat einer Winterbegrünung Teil der Betriebsstrategie ist, sieht die Situation anders aus. Diese einfache Berechnung vermag die tatsächliche Komplexität des Systems nicht abzubilden. Die wetterbedingten Risiken, wie auch die benötigte Beobachtungszeit der Parzelle und das Unkrautsamenpotential für die Folgekultur ist nicht mitberücksichtigt. Und vor allem muss man ein persönliches Interesse daran haben, sich auf solche anspruchsvolle Produktionssysteme einzulassen.
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